Psychologische Aspekte der Kontrolle

Von den Mitarbeitern wird Kontrolle immer noch überwiegend als etwas Unangenehmes empfunden; sie kann bei allen Beteiligten - auch beim Vorgesetzten - zwiespältige Gefühle auslösen. Der Mitarbeiter kann Kontrolle als Verletzung der persönlichen Freiheit, als Eingriff in den eigenen Verantwortungsbereich, als Beitrag zur Verschlechterung des Betriebsklimas empfinden. Die Vorbehalte des Vorgesetzten können durch mangelnde Kontrolltechnik, geringe Kontrollbewusstsein, Angst vor fachlichen Mängeln, Furcht vor Überlastung durch Kontrollaufgaben, Sorge um den Schwund der Beliebtheit bei den Mitarbeitern u. ä. begründet sein.

Es ist ein Verdienst der Psychoanalyse, den Begriff des psychischen Abwehrmechanismus beschrieben zu haben. Mit Abwehrmechanismen wird sich das Ich des durch die Kontrolle des Vorgesetzten sich bedroht fühlenden Mitarbeiters versuchen, sich sein Selbstbild, (als tüchtigem Mitarbeiter) zu schützen bzw. zu verteidigen.

Die Berücksichtigung der nachstehenden Leitsätze zur Durchführung von Kontrollen können die Kontrollsituation entspannen.

Leitsatz 1:Der Vorgesetzte soll offen kontrollieren

also nicht heimlich, nicht in Abwesenheit des Mitarbeiters, nicht nach Dienstschluss, nicht "hintenherum".

Leitsatz 2: Der Mitarbeiter muss verlässlich wissen, was der Vorgesetzte von ihm erwartet, nach welchen Maßstäben und Kriterien der Vorgesetzte kontrolliert

Leistungsziele sollen klar formuliert werden und möglichst in quantitativer (messbarer, zählbarer) Form vorgegeben werden. Der Mitarbeiter hat ein Recht, eindeutige und gerechte Maßstäbe zu fordern. Die Kontrollmaßstäbe müssen dem Mitarbeiter vor Beginn der Arbeit bekannt sein.

Leitsatz 3: Die Ausübung der Kontrolle erfordert strikte Sachlichkeit

Jeder Mitarbeiter muss den Eindruck gewinnen, dass die Kontrolle eine selbstverständliche, korrekte Angelegenheit, also keine Strafexpedition ist, die so lange sucht, bis sie etwas gefunden hat. Kontrolliert wird die Arbeit, die Sache, die Dienstleistung und ob sich der Mitarbeiter im Rahmen der vorgegebenen Zielsetzungen, Normen bzw. Richtlinien bei seiner Arbeitsausführung bewegt.

Leitsatz 4: Der Vorgesetzte soll taktvoll kontrollieren

Der Mitarbeiter hat ein Recht auf menschliche Achtung. Die Durchführung von Kontrolle kann für alle "stressig" sein. In einer angespannten Situation hat der Mitarbeiter eine erhöhte Neigung, sich angegriffen, missverstanden oder verletzt zu fühlen. So ist gerade bei der Durchführung von Kontrollen ein freundliches, takt- und rücksichtsvolles Kontrollverhalten des Vorgesetzten besonders angezeigt und gefordert. Der Mitarbeiter könnte beispielsweise die "Soll-Ist-Abweichung" selbst finden, d. h. der Vorgesetzte sollte ihm diese Chance geben. Denn die Schaffung eines Problembewusstseins und die Fehlerursachenanalyse sind in der Regel die ersten Schritte im Lernprozess mit dem Ziel der künftigen Fehlervermeidung.



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